Luzerner Architekten planen den Neubau des Schulhauses 4 in Schötz

08. Nov 2019

«Punkt vor Strich» ist der Projektname für das Siegerprojekt des Neubaus Schulhaus 4 in Schötz. Der Entwurf stammt vom Luzerner Architekturunternehmen Dorji Studer Architekten AG. Im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung zeigt die Gemeinde Schötz nun das Siegerprojekt zusammen mit den anderen Wettbewerbsbeiträgen.

Die Gemeinde Schötz will die infrastrukturellen Voraussetzungen für einen kindergerechten und zukunftsgerichteten Schulbetrieb schaffen. Die Gemeinde reagiert damit auf das Bevölkerungswachstum zum einen, zum anderen aber auch auf Veränderungen in der Bildungslandschaft. Dort stellen neue Bildungsansätze, wie etwa die integrative Förderung oder neue Unterrichtsformen, erhöhte Ansprüche an die Schul-Infrastruktur.

Schötz will diesen Anforderungen nachkommen – im Wissen darum, dass ein zeitgemässes Schulangebot ein wichtiger Standortfaktor ist. Eine Arbeitsgruppe hat sich im Auftrag des Gemeinderates intensiv mit den nötigen Schritten in der Schötzer Schulraumplanung auseinandergesetzt. Sie hat in einem Bericht verschiedene Massnahmen aufgezeigt, mit denen Schötz seine Schul-Infrastruktur auf einen zeitgemässen Stand bringen kann.

Schule im Zentrum
Zentrale Empfehlung dieser Arbeitsgruppe ist der Neubau des Schulhauses 4. Der Neubau soll am Standort der alten Turnhalle auf dem Schulareal entstehen und so ausgelegt sein, dass er langfristig einen optimalen Schulbetrieb gewährleistet. Zudem soll mit dem Neubau und den angrenzenden Arealen ortsbaulich eine angemessene Entwicklung sichergestellt werden.

Für die Teilnahme am Wettbewerb haben sich insgesamt 72 Architekturteams beworben. Im Rahmen eines Präqualifikationsverfahrens wurden diese auf sechs teilnehmende Teams reduziert. Unter diesen hat die Gemeinde Schötz einen Wettbewerb ausgeschrieben. Das Verfahren habe sich bewährt, ist der Gemeinderat heute überzeugt. Denn die verschiedenen Wettbewerbsbeiträge hätten verschiedene Lösungsansätze für das anspruchsvolle Projekt aufgezeigt. Der Wettbewerb habe überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen, dass sich die Jury mit verschiedenen Konzepten befassen konnte.

Siegerprojekt aus Luzern
Das Siegerprojekt stammt vom Luzerner Architekturunternehmen Dorji Studer Architekten AG. Deren Siegerprojekt wird jetzt in enger Absprache mit der Gemeinde Schötz weiterentwickelt und in ein baureifes Projekt überführt.
Das Siegerprojekt «Punkt vor Strich» überzeugt durch eine L-förmige Anordnung der Neubauvolumen. Der neue Singsaal wird dabei zwischen die bestehenden Gebäude von Schulhaus 1 und Turnhalle platziert. Das neue Schulhaus 4 wird vorgelagert und angewinkelt auf das Grundstück gesetzt. Beide Neubau-Elemente werden durch ein offenes Dach miteinander verbunden. Mit dieser Anordnung der Gebäude wird die Bebauungsstruktur der bestehenden Schulanlage logisch fortsetzt. Zudem werden dadurch zwei attraktive Aussenräume geschaffen. Dabei bleibt der bestehende Sportplatz in seiner heutigen Grösse erhalten und der grosszügige Pausenplatz im Osten wird durch die Neubauten räumlich eingefasst.


Viele Funktionen für den Verbindungsgang
Das offene Verbindungsdach zwischen Schulhaus 4 und dem Singsaal erfüllt dabei in der Konzeption des Neubaus gleich mehrere Aufgaben. Es schafft einen willkommenen, gedeckten Eingangs- und Pausenplatz, und gleichzeitig auch ein klares Zeichen für die Lage der beiden Eingänge. Als witterungsgeschützter Aussenraum zwischen Sportplatz und Pausenhof kann er zudem für verschiedene Anlässe und Aktivitäten genutzt werden.

Geschickte Singsaal-Lösung
Geschickt beurteilt die Jury auch die Platzierung des Singsaals. Durch die Absetzung vom neuen Schulgebäude steht er im Zentrum der Gesamtanlage, ist für alle Schüler gut erreichbar und für ausserschulische Nutzungen separat problemlos nutzbar. Er besitzt eigene WC-Anlagen und hat einen grosszügigen Vorraum als Eingangsfoyer, ist für die Haustechnik als einziger Bereich der Neubauten unterkellert und mit dem Schulhaus 4 über einen unterirdischen Stollen verbunden. Durch diese Loslösung vom Schulhaus-Neubau gliedert sich der Singsaal trotz Überhöhe gut ins Ensemble ein und erlaubt durch die Höhe verschiedene schalltechnische Möglichkeiten an der Decke, was den Raum vielseitig nutzbar macht.

Erschliessung von der Oberdorfstrasse
Die Erschliessung des neuen Schulbereichs ist von aussen direkt ab der Oberdorfstrasse über einen gedeckten Eingang vorgesehen. Von der bestehenden Schulanlage gelangen Besucher über den Pausenplatz und unter dem gedeckten Verbindungsdach ins neue Schulhaus. Die Anlieferung für den Werkraum und die Garage Hauswart ist ebenfalls ebenerdig neben dem Eingang ab der Oberdorfstrasse gut gelöst. Dies gilt auch für den im Westen gelegenen Parkplatz mit Zufahrtsmöglichkeit auf den Pausenplatz für Notfälle und ausserordentliche Situationen.

Viergeschossiger Neubau
Das viergeschossige Schulgebäude ist auf den drei Obergeschossen identisch und aus schulischer Sicht sehr funktional und nutzungsflexibel organisiert. Sämtliche Schulzimmer und Gruppenräume, die Garderobenbereiche und die Erschliessung sind allseitig gut belichtet. Das im Normalgebrauch offene Treppenhaus erfüllt durch die aufgezeigten Massnahmen die brandschutztechnischen Anforderungen.
Die vorgeschlagene Konstruktion des Gebäudes mit Stützen und Deckenplatten als Massivbau in Beton und für die Trennwände in Leichtbauweise, garantiert eine hohe Nutzungsflexibilität und ist zusammen mit der Fassadenkonstruktion in Holzbau nachhaltig und ökologisch.
Die Viergeschossigkeit des Neubaus ermöglicht einen kompakten Baukörper mit einem minimalen Fussabdruck, was einen reduzierten Landverbrauch zur Folge hat und so genügend freien Aussenraum für eine spätere Erweiterung lässt.
Der Projektvorschlag überzeugt nicht nur durch eine hervorragende Situationslösung, sondern auch durch seine hohe Kompetenz bezüglich der Nutzungsqualitäten im schulischen und ausserschulischen Bereich, einer guten konstruktiven Lösung mit einer dazu kohärenten Fassade und nicht zuletzt durch ein architektonisch überzeugendes und stimmiges Erscheinungsbild.

Das weitere Vorgehen
Nach Genehmigung des Projektierungskredites im Dezember 2019 starten dann die Planungsarbeiten im Januar 2020. Das Projekt «Punkt vor Strich» wird im Auftrag der Gemeinde Schötz weiterbearbeitet und soll zu einem Bauprojekt weiterentwickelt werden, das ab 2021 realisiert werden kann. Die Eröffnung der Anlage wäre dann auf Beginn des Schuljahres 2022/2023 möglich. Die Wettbewerbsergebnisse werden am 8. und 9. November 2019 in der Turnhalle 1 in Schötz öffentlich gezeigt.


Jurybericht

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